Nachhaltiges Bauen

Gesamtperformance ist entscheidend

Von Karl-Heinz Möller · 2013

Energetische und ökologische Bauweisen tragen zum Gelingen der Energiewende bei – eine große Chance für die Branche.

Nachhaltiges Bauen ist hierzulande ein aktuelles und nahezu selbstverständliches Vorgehen geworden. Darunter ist viel zu verstehen! Allgemein gesprochen beschreibt diese Form des Vorgehens eine Entwicklung, die, ohne die Ressourcen künftiger Generationen zu gefährden, die Bedürfnisse der Gegenwart optimal befriedigt. Beispiel Energie: 30 bis 40 Prozent des Energiebedarfs werden in den meisten Industrieländern bei der Nutzung von Gebäuden eingesetzt.

Stoffe mit gutem Einfluss

„Nachhaltige Gebäude sollen den Menschen Räume bereitstellen, die sowohl für gesundes Wohnen, konzentriertes Arbeiten und Lernen sorgen als auch für unbeschwerte Erholung und Genesung“, sagt die Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen DGNB, Dr. Christine Lemaitre. Höchste Lebensqualität sei der Anspruch an alle Beteiligten. Lemaitre: „Die dabei eingesetzten Baumaterialien beeinflussen genau diese Qualitäten ganz erheblich. Sie geben häufig den Ausschlag, ob Räume als komfortabel und wohltuend empfunden werden oder wie flexibel sie gestaltet werden können. Gerade solche Eigenschaften sind es, die wirklich nachhaltige Gebäude auszeichnen.“ Konkret geht es im Einzelnen um Bodenbeläge und -klebstoffe, Beschichtungen wie etwa Innenfarben oder Grundierungen, schallabsorbierende Oberflächen oder modulare Bauteile – sie alle haben messbare Auswirkungen auf die Qualität von Gebäuden, auf den Nutzerkomfort und somit auch auf deren Nachhaltigkeit. Weitere Einflüsse auf Nachhaltigkeit haben die Emissionen, die von Produkten ausgehen, wie recyclingfähig die Stoffe sind, welcher Energieverbrauch bei der Produktion entsteht oder welchen Einfluss sie auf die lokale Umwelt haben.

Drei Dimensionen der Nachhaltigkeit

Bei den Dimensionen des Nachhaltigen Bauens geht es vornehmlich um drei Komplexe. Die ökonomische Dimension umfasst neben den Anschaffungs- und Errichtungskosten hinausgehend auch die Folgekosten. Über die gesamte Lebensdauer kann eine umfangreiche Lebenszykluskostenanalyse Einsparpotenziale identifizieren. Die ökologische Dimension sieht einen optimierten Einsatz von Baumaterialien und Bauprodukten und eine Minimierung der Medienverbräuche vor, Stichwort Treibhausgase und Klimaerwärmung. Last but not least spielen die soziale und kulturelle Dimension eine zunehmend bedeutende Rolle. Die Einschätzung der Lebens- bzw. Nutzungsdauer eines Gebäudes, der Bauteile und der Bauteilschichten ist bei der Bewertung der Nachhaltigkeit von besonderer Bedeutung. Hier bietet die DGNB eine wichtige Planungshilfe.

Zur Förderung nachhaltigen Bauens hat sie ein Zertifizierungssystem zur Bewertung besonders umweltfreundlicher, ressourcensparender, wirtschaftlich effizienter und für den Nutzerkomfort optimierter Gebäude entwickelt – das DGNB Zertifikat. Es zeigt auf, wie etwa der Einsatz von Bauprodukten und deren Eigenschaften die Gesamtperformance eines Gebäudes beeinflussen kann.

Quelle: Royal Instituation of Charted Surveyors, 2012

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