Gebäudedämmung

Noch viel Luft nach oben

Von Thomas Schulze · 2023

Die Energiewende in Deutschland läuft schleppend. Nicht einmal jeder dritte Haushalt wohnt bereits in einem gut gedämmten Gebäude (29 Prozent). Ebenfalls knapp 30 Prozent leben in Gebäuden mit sehr schlechtem Dämmzustand. Das geht aus dem KfW-Energiewendebarometer 2022 hervor.

Baugerüst vor einer Gebäudefassade
In der Fassadendämmung liegt erhebliches Potenzial für den Klimaschutz. Foto: iStock / Zigmunds Dizgalvis

Tatsächlich lässt sich ein erheblicher Teil des Energieverbrauchs auf Gebäude zurückführen. Das gilt insbesondere für die Bereiche Heizung und Kühlung. Die Energiewende zielt darauf ab, den Einsatz von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und den von erneuerbaren Energien zu fördern. Durch eine optimale Gebäudedämmung lässt sich der Energieverbrauch deutlich senken, weil dadurch weniger Wärme verloren geht und somit weniger Energie für die Heizung oder Kühlung benötigt wird. Die Möglichkeiten zur Gebäudedämmung sind vielfältig. Eine gängige Methode ist die Verwendung von Dämmmaterialien wie Polystyrol (EPS) oder Polyurethan (PUR), die auf Erdöl basieren. Diese Materialien haben gute Dämmeigenschaften und sind relativ kostengünstig. Sie sind jedoch nach ihrer Demontage nicht biologisch abbaubar. Als Alternative gelten ökologische Dämmstoffe. Sie bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen wie etwa Holzfasern, Hanf, Flachs oder Zellulose. Zwar sind diese Materialien grundsätzlich biologisch abbaubar, doch kommen bei der Verarbeitung zu Dämmstoffen mitunter auch Chemikalien zum Einsatz. Zudem weisen sie in der Regel etwas schlechtere Dämmeigenschaften auf als die auf Erdöl basierenden Materialien. Grundsätzlich hängt die Wahl des Dämmmaterials von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel von den spezifischen Anforderungen des Gebäudes, dem Budget und den regionalen Gegebenheiten. 

Gebäudedämmung: Drei gängige Verfahren

Im Wesentlichen gibt es drei gängige Verfahren, die bei der Außendämmung angewendet werden. Besonders typisch ist ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) mit Platten, die auf die Außenwand geklebt oder gedübelt und dann verputzt werden. Häufig kommt hier EPS zum Einsatz. Es ist nicht nur günstig, sondern auch leicht zu verarbeiten. Eine sogenannte Kerndämmung wird bei zweischaligem Mauerwerk vorgenommen. Hier besteht die Fassade aus zwei Mauern mit einer Hohlschicht. Die Lücke schützt vor Nässe, ist aber unter wärmetechnischen Gesichtspunkten zunächst bedeutungslos. Erst durch die Einbringung spezieller Einblas-Dämmstoffe wird eine optimale Wärmedämmung erzielt. Die Variante einer Vorhangfassade bietet sich dann an, wenn Immobilieneigentümer ihrem Heim ein neues Aussehen geben wollen. Sie besteht aus einer Unterkonstruktion, die den Dämmstoff trägt und mit Holz oder Platten verkleidet wird.

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