Wohnungsbau

Wändeboom

Von Paul Trebal · 2015

Die Mehrheit der Deutschen wünscht sich eigene ‚Vier Wände‘. Aber weit weniger als die Hälfte haben Wohneigentum. Aktuelle Trends zeigen allerdings: Die Nachfrage steigt rapide, Handwerk und Wohnungsbau profitieren.

Der Nachholbedarf ist groß. Investieren in die eigenen vier Wände, das war in Deutschland schon immer attraktiv. Der Wohnungsbau wuchs 2014 so stark wie seit 2003 nicht mehr. Im vergangenen Jahr wurde bundesweit der Bau von rund 284.900 Wohnungen genehmigt, dies teilte das Statistische Bundesamt mit. „Damit setzte sich die im Jahr 2010 begonnene positive Entwicklung weiter fort“, sagen die Statistiker. In Deutschland wohnen insgesamt 45 Prozent der Haushalte in den eigenen vier Wänden. Wie das Bundesamt mitteilt, liegt die Eigentumsquote bei Paaren mit minderjährigen Kindern - also der „klassischen“ Familie - bei 58 Prozent. Die geringste Eigentümerquote war hingegen bei alleinerziehenden Elternteilen mit minderjährigen Kindern zu verzeichnen (12 Prozent). „Damit hinkt Deutschland noch immer hinter den Wohneigentumsquoten in Europa hinterher.

Aufholbedarf und hohe Nachfrage sorgen für Bewegung

Wohnungsbau bleibt Konjunkturlokomotive. Die Bevölkerung wächst und die Nachfrage nach Mietwohnungen wird weiter anziehen. Die Wohnungsbauinvestitionen werden 2015 voraussichtlich um 2,5 Prozent steigen. Neben der Zuwanderung stimulieren die steigenden Einkommen und das historisch niedrige Zinsniveau die Investitionen. Weiterhin günstige Zinsen und hohe Immobilienpreise heizen den Wohnungsbau im laufenden Geschäftsjahr an, rechnet die KfW-Förderbank vor. So sollen bis zu 259.000 neue Wohnungen entstehen.

Internationale Investoren suchen Wohnobjekte

Gravierende Auswirkungen der Mietpreisbremse sind nach einschlägigen Recherchen bisher nicht festzustellen. Die Nettokaltmieten in Deutschland stiegen 2014 mit 1,5 Prozent etwas stärker als im Vorjahr (1,3 Prozent). Für Alt- und Neubauwohnungen war der Anstieg gleich. Die Mieten bei Neuvermietung steigen auch in Städten mit hohen Mietniveaus mittlerweile langsamer. Hiesige Immobilien sind auch für Anleger attraktiv. Neben einheimischen sollen sich immer mehr asiatische Investoren für deutsche Immobilien interessieren. Besonders Anleger aus China, Südkorea und Singapur interessieren sich demzufolge für den Immobilienmarkt. Gut für den Wohnungsbau und für Wohnungssuchende, weil das Angebot damit wächst. Laut der Studie „Asiatische Investoren in Europa“, durchgeführt von der Finanzberatung Catella, ist auch der schwache Euro ein Grund dafür, dass zunehmend Investoren aus China auf deutsche Immobilien aufmerksam werden. Durch die Euro-Abwertung können sie günstiger Eigentum erwerben. Außerdem sei der Markt in Deutschland vergleichsweise frei zugänglich und biete für die ausländischen Anleger transparente Strukturen. Auch das Rendite-Risiko-Profil sei für die asiatischen Investoren sehr attraktiv.

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