Arbeitssicherheit

Gerüste, Schutzhelme und Schulungen

Von Jörg Klingele · 2013

Baustellen sind gefährliche Arbeitsplätze. Dank zahlreicher Vorschriften und Kontrollen sinkt die Zahl der Unfälle jedoch.

Beim Bau des Gotthardtunnels vor zirka 130 Jahren sind 171 Arbeiter durch Unfälle zu Tode gekommen. Aber das ist lange her und würde heute höchst wahrscheinlich nicht mehr in diesem Ausmaß passieren. Dass die Unfallbilanz bei heutigen Gebäuden nicht so verheerend ausfällt, ist auf zahlreiche Vorschriften für die Arbeitssicherheit auf Baustellen zurückzuführen. Die rechtlichen Grundlagen dafür bilden in Deutschland das Arbeitssicherheitsgesetz und das Arbeitsschutzgesetz sowie darauf aufbauend die Unfallverhütungsvorschrift der Berufsgenossenschaften und die Baustellenverordnung.

Das alles ist auch dringend nötig, denn Arbeiter im Baugewerbe sind sehr hohen Unfall- und Gesundheitsrisiken ausgesetzt: In dieser Branche ereignen sich etwa doppelt so viele tödliche Unfälle wie im Durchschnitt sämtlicher Wirtschaftszweige. Besonders gefährdet sind Bauarbeiter durch Abstürze von Dächern, Gerüsten und Leitern. Ein zweiter Gefährdungsschwerpunkt sind Baumaschinen, die an Anfahr-, Überfahr- und Umsturzunfällen beteiligt sind. Bei etwa drei Vierteln der Unfälle sind sicherheitstechnische Mängel ein Teil der Ursache. Die Vorkehrungen zum Gewährleisten der Arbeitssicherheit lassen sich in drei Gruppen unterteilen: technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen. Zu den technischen Maßnahmen gehören beispielsweise Absturzsicherungen, angemessene Beleuchtung, Lärmschutz und Zugangskontrollen. Unter organisatorischen Maßnahmen versteht man unter anderem verständliche Betriebsanweisungen, regelmäßige Tätigkeitswechsel, Wartungspläne für Maschinen sowie arbeitsmedizinische Betreuung. Mit personenbezogenen Maßnahmen sind vor allem Schulungen gemeint, Hygienevorschriften sowie Ausrüstungen zum Schutz von Händen, Kopf, Gehör und Augen.

Kontrollen und ihre Wirkung

Der Termin- und der Kostendruck, die bei Bauprojekten herrschen, haben jedoch zur Folge, dass Sicherheitsvorschriften nicht immer eingehalten werden. Daher führen sowohl das Gewerbeaufsichtsamt als auch die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) Kontrollen auf Baustellen durch. All diese Vorschriften, Maßnahmen und Kontrollen zeigen ihre Wirkung: Die Zahl der Unfälle auf deutschen Baustellen sinkt. Im Jahr 2011 geschahen 116.689 Arbeitsunfälle. Das sind konjunkturbereinigt 63 Unfälle auf 1.000 Vollbeschäftigte, knapp drei Prozent weniger als im Vorjahr und über 19 Prozent weniger als im Jahr 2001. Ähnlich sieht es aus bei der Zahl der tödlichen Unfälle: 2011 verunglückten 99 Arbeiter auf Baustellen tödlich, das sind vier weniger als im Jahr 2010 und 70 weniger als noch im Jahr 2001. „Der Abwärtstrend bringt ein wachsendes Bewusstsein vieler Unternehmen für die Belange der Arbeitssicherheit sowie unsere aktive Beratungstätigkeit in den Betrieben zum Ausdruck“, so BG-Bau-Geschäftsführerin Jutta Vestring.

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