Energetische Gebäudesanierung

Energie sparen mit staatlichem Zuschuss

Von Hanna Wagner · 2015

Bereits nach sechs Jahren kann sich die energetische Sanierung der Gebäudehülle amortisiert haben. Wenn Hausbewohner auch vernünftig heizen und lüften, rechnet sich die Dämmung also schnell. Staatliche Förderungen unterstützen zusätzlich beim Sanierungsvorhaben

Bereits nach durchschnittlich vier bis zehn Jahren kann sich die Außenwanddämmung mit Wärmedämmverbundsystemen rechnen – zumindest bei Gebäuden, die vor der ersten Wärmeschutzverordnung 1977 erbaut wurden. Das ist das Ergebnis einer Studie Wirtschaftlichkeit von Wärmedämmmaßnahmen, die das Forschungsinstitut für Wärmeschutz (FIW) in München anlässlich der Berliner Energietage Ende April vorgestellt hat. Am wahrscheinlichsten habe sich demnach die Dämmung der Außenwände bei älteren Gebäuden binnen sechs Jahren amortisiert. Dämmungsmaßnahmen in Gebäuden, die bis 1995 gebaut wurden, amortisieren sich nach etwa 15 Jahren. „Allgemein kann man sagen, dass die mittlere Amortisationszeit deutlich unter der Lebensdauer eines Bauteils liegt“, erklärt Andreas Holm, Institutsleiter des fiw und Wichtig: Auch das Heiz- und Lüftungsverhalten der Hausbewohner entscheidet über die Amortisationszeit.

Kosten senken und die Umwelt schonen

Doch nicht nur die Außenwände lassen sich mit Hilfe von Dämmplatten gegen den Wärmeverlust absichern. Gerade Dach, Kellerdecke und oberste Geschossdecke sind schnell gedämmt – das Einsparpotenzial ist immens: Mehr als 20 Prozent der Heizenergie gehen zum Beispiel durch ein schlecht gedämmtes Dach oder die oberste Geschossdecke verloren. Mit einer Dämmung kann hier ein Einsparpotenzial von 10 bis 14 Prozent realisiert werden, rechnet die gemeinnützige Beratungsgesellschaft Co2online vor. Hier eignet sich vor allem Mineralwolle als Dämmstoff. Sie ist leicht zu verarbeiten, wird einfach zwischen den Dachsparren angebracht. Zudem hat sie eine geringe Wärmeleitfähigkeit, hält also im Winter die Kälte und im Sommer die Hitze draußen. Für Luftdichtheit im Dach sorgen zusätzliche Folien oder Gipsplatten. Um die Energiebilanz zusätzlich zu verbessern, werden veraltete Gas- oder Ölkessel durch Geräte mit Brennwerttechnik ersetzt.

Fördermöglichkeiten für Energiesparer

Noch immer schrecken viele Hausbesitzer vor den hohen Investitionskosten für Sanierungen zurück. Damit das nicht so bleibt, haben Bund und Länder finanzielle Anreize geschaffen, um die energetische Wende voranzutreiben. So profitieren Hausbesitzer bei der energetischen Sanierung von staatlichen Fördermitteln. Je nach Sanierungsbedarf übernimmt die KfW bis zu 50 Prozent der Kosten für Einzelmaßnahmen. Für Rundumsanierungen wird zudem ein Kredit von maximal 50.000 Euro gewährt. Auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAF) bezuschusst den Austausch alter Heizungsanlagen in Bestandsgebäuden gegen energieeffiziente Modelle. Gefördert werden Wärmepumpen, Holzheizungen und Solaranlagen mit 90 Euro pro angefangenem Quadratmeter Kollektorfläche. Bei sämtlichen Förderungen gilt: je energieeffizienter das Haus, desto höher der Zuschuss.

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