Baustoffe

Beton ist nicht gleich Beton

Von Oskar Rheinbach · 2014

Viele der heute verwendeten Baustoffe begleiten uns seit Jahrtausenden. Vielfach werden sie aber weiterentwickelt, um ihre Eigenschaften zu verbessern. Viele wichtige Innovationen betreffen nicht das Material selbst, sondern deren Oberflächenbeschichtung.

Wer bei modernen Baustoffen an Holz, Beton, Stahl, Glas und Ziegel denkt, der liegt gar nicht falsch. Denn nach wie vor werden für die meisten Gebäude und Bauwerke weltweit diese Materialien verwendet. Stahlbeton zum Beispiel, also mit Stahlstäben verstärkte Betonbauteile, ist der wichtigste Baustoff in Deutschland. Über 100 Millionen Kubikmeter werden jedes Jahr verbaut.

Ständige Weiterentwicklung

Allerdings gilt auch: Beton ist nicht gleich Beton, moderne Ziegel haben wenig mit den alten Backsteinen zu tun, die bereits die Römer zum Bauen verwendeten. Die Weiterentwicklung der Baumaterialien lässt sich gut am Beispiel von Ziegelsteinen nachvollziehen. Heutzutage haben Ziegel für tragendes Mauerwerk meistens Hohlräume, die sie leichter machen und ihnen gute raumklimatische Eigenschaften verleihen. Baustoff-Forscher untersuchen außerdem, wie die Dämmeigenschaften verbessert werden können – etwa durch das Befüllen der Hohlräume mit Stoffen, die ihren Zustand durch Temperaturunterschiede von fest zu flüssig verändern und beim Übergang Energie in Form von Wärme speichern beziehungsweise wieder abgeben.

Holz als Baustoff kehrt zurück

Als Baustoff macht auch Holz eine beachtliche Karriere. Heute werden in Deutschland rund 15 Prozent aller Ein- und Zweifamilienhäuser in Holzbauweise errichtet. Verleimte und verpresste Holzfaser-Platten sind als OSB- oder MDF-Platten bekannt und vereinen eine hohe Stabilität mit großer Widerstandsfähigkeit und der Möglichkeit zur leichten Verarbeitung. Neue Press- und Klebtechniken befreien mittlerweile vom Zwang zur Geraden und erlauben es, nahezu jede gewünschte Form aus Holz herzustellen. Ein Vorteil ist dabei nicht nur die Nachhaltigkeit von Holz als einem nachwachsenden Rohstoff, sondern auch das niedrige Gewicht. An der Uni Dresden arbeiten Forscher zurzeit an der Herstellung von extrem tragfähigen Pfeilern aus gepresstem Holz – konstruiert ähnlich wie ein Fass – die nur einen Bruchteil des Gewichts eines Betonpfeilers haben.

Oberflächlichkeit gewünscht

Völlig neue Wege gehen einige Entwicklungen in der Oberflächenbehandlung klassischer Baustoffe. So experimentieren Hersteller mit Nano-Beschichtungen, die das eigentliche Material vor Verwitterung schützen. Nachträglich aufgebrachte Klebekunststoffe können helfen, zerbröckelnden Brückenbeton zu retten.
Und Fensterglas kann mit organischem Leucht­material (OLED) beschichtet werden oder ähnlich einer lCD-Anzeige auf Knopfdruck undurchsichtig gemacht werden.

Array
(
    [micrositeID] => 14
    [micro_portalID] => 27
    [micro_name] => Bauindustrie
    [micro_image] => 208
    [micro_user] => 1
    [micro_created] => 1456218621
    [micro_last_edit_user] => 1
    [micro_last_edit_date] => 1462815812
    [micro_cID] => 306
    [micro_status] => 1
    [micro_cache] => 1
    [deleted] => 0
)