Building Information Modeling

Besser bauen mit Software

Von Inken Schönauer · 2014

Beim Building Information Modeling laufen alle Daten zusammen und sind damit auf einen Blick erfassbar. Die Abstimmung bei der Planung und Realisierung von Bauvorhaben verläuft so schneller und reibungsloser. Die Technik macht es möglich.

Es ist ein Wortungetüm, aber es soll Prozesse vereinfachen. Building Information Modeling, kurz bim und auf deutsch mit „Gebäudedatenmodellierung“ übersetzt, ist eine softwaregestützte Methode des Bauens. Bei diesem Verfahren wird die Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden mit Computern umgesetzt. Die Gebäudedaten werden dabei digital erfasst und vernetzt. Ein Bauvorhaben soll genauer geplant und reibungsloser durchgeführt werden können. „Jedes geplante Element erhält neben den geometrischen Eigenschaften zusätzliche Informationen, etwa zu seiner speziellen Beschaffenheit oder anderen wichtigen Herstellerinformationen“, sagt Peter Noisten, wissenschaftlicher Mitarbeiter aus der Abteilung Raumklima des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik. Noisten koordiniert derzeit das vom Bund geförderte Projekt bim in Deutschland (BIMID).

Neue Impulse für die Bauindustrie

Ziel des Forschungsprojekts BIMID ist es, der Building-Information-Modeling-Methode in der deutschen Bauindustrie zum Durchbruch zu verhelfen. Beteiligt an diesem Forschungsvorhaben sind neben Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft auch Beratungsgesellschaften und Universitäten. Im Zentrum des Projekts steht ein konkretes Bauvorhaben, bei dessen Planung und Bauausführung von Beginn an diese Prozesse und Standards angewendet, weiterentwickelt und wissenschaftlich evaluiert werden.

Deutschland muss aufholen

Dem bim liegt die Idee zugrunde, dass Bauvorhaben effizienter und schneller umgesetzt werden können, wenn alle Teilaspekte in einer Computersimulation zu einem Computermodell sichtbar gemacht werden. In Ländern wie den USA, Großbritannien oder Skandinavien ist dieses Verfahren schon sehr viel stärker verbreitet als in Deutschland. Die Vorteile des Verfahrens liegen auf der Hand. Wenn Daten ständig aktualisiert werden können, verbessert sich auch die Qualität der Daten. Der Informationsaustausch, das zeigen derzeit auch die Großprojekte Berliner Flughafen oder Hamburger Elbphilharmonie, ist eines der Nadelöhre in einem Bauprozess. Mit dem bim sollen die Planungsbeteiligten besser miteinander kommunizieren können.

Früher wurden noch bei jeder Änderung neue Baupläne gezeichnet, die dann an alle relevanten Akteure wie Architekten, Bauingenieure und Handwerker weitergegeben werden mussten. Jetzt wird das einfacher. Arbeitet nun jeder an dem Computermodell mit klar geregelten Zugriffsrechten, können Änderungen zeitnah allen anderen Projektmitarbeitern zur Verfügung gestellt werden. Ziel ist es, die Produktivität des Planungsprozesses zu erhöhen und so die Kosten und die Termine besser überschaubar und sicherer zu machen. Der gesamte Planungs- und Bauprozess soll partnerschaftlicher Gestalter werden, um das Endergebnis zu verbessern. Ganz reibungslos klappt das bisher noch nicht. „Mit der Einführung von bim ändern sich eingefahrene Arbeitsprozesse“, sagt Noisten vom Institut für Bauphysik. Dies bedeute für die Beteiligten ein Umdenken.

Zulieferer im Zugzwang

Wenn sich immer mehr Baubeteiligte mit dem Thema bim beschäftigen, dann wird der Druck auf diejenigen größer, die dieses Thema bisher vernachlässigt haben. Vor allem die Hersteller von Baumaterialien und Bauprodukten sind nach Meinung von Architekten daher angehalten, sich mit BIM vertraut zu machen. Nur so hätten sie in Zukunft bei der Planung und Umsetzung von Bauprojekten ausreichend Chancen, bei der Materialbeschaffung berücksichtigt zu werden.

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